Unser Konzept

Erziehungsstil

Wir erziehen weder autoritär noch antiautoritär, da wir der Meinung sind, dass beide Erziehungsstile in der Vergangenheit nicht besonders erfolgreich waren, da jeder von beiden alleine angewandt ganz spezifische Schwächen aufweist. In der Fachliteratur nennt sich der von uns aus Überzeugung gewählte Erziehungsstil autoritativ. Er beinhaltet Elemente der beiden vorgenannten Stile und könnte als “goldene Mitte“ bezeichnet werden. Viele wissenschaftliche Untersuchungen belegen die positiven Effekte dieser Art der Erziehung.

Wir setzen klare Grenzen und geben eindeutige Regeln vor, die beim Zusammenleben von Menschen notwendig sind. Die Erziehungsperson muss Verantwortung für das Kind übernehmen, sie muss Anleitungen geben und Vorbild sein. ( Mehr als das, was Eltern sagen, bewirkt beim Kind das, was sie tun). Die emotionale Hinwendung zum Kind als Basis jeder Erziehung versteht sich dabei von selbst.

Innerhalb dieser Grenzen hat das Kind soviel individuelle Freiheit und Gestaltungsspielraum wie möglich, so dass eigenverantwortliches Handeln entstehen kann. Wir wollen keine Befehlsempfänger, sondern junge Menschen, die durch Orientierung an vermittelten Normen lernen, selbst ihren Weg in der Gesellschaft zu gehen.

Kernstück dieser Erziehung ist der wechselseitige Respekt. Dadurch, dass der Erziehende dem Kind Respekt entgegenbringt, es nicht bloßstellt und beschämt, lernt das Kind seinerseits, anderen Menschen respektvoll entgegenzutreten. Bei dieser Art des Umgangs miteinander entsteht eine ruhige Atmosphäre sowohl der gegenseitigen Achtung, aber auch der Achtung vor der Umgebung, die gemeinsam genutzt wird.

Erziehungsziele

Soziale Kompetenz

Die Kinder lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten, sich in der Gruppe anzupassen, aber auch, die eigene Position selbstbewusst und konstruktiv zu vertreten.

Eigenverantwortliches Handeln

Die Kinder sind in der Lage, die Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns, auch für Fehler oder falsche Entscheidungen, zu übernehmen und aus diesen zu lernen.

Wertevermittlung

Auf der Grundlage unserer Kultur lernt das Kind Werte und Normen kennen. Es soll diese prüfen und ausprobieren dürfen und aus freien Stücken als für die eigene Person verbindlich anerkennen lernen ("verinnerlichen"– Selbststeuerung statt Fremdbestimmung).

Es handelt sich um so selbstverständliche Dinge wie Ordnung, Disziplin, Rücksichtnahme auf Schwächere, Toleranz, Empathie (Einfühlungsvermögen) und Respekt vor Lebewesen und Dingen.

Entwicklung einer positiven Leistungsmotivation

Auf der Basis des oben beschriebenen Erziehungsstils ergibt sich aus unseren Erfahrungen diese positive Leistungsmotivation fast von selbst. Wir sind überzeugt davon, dass jedes Kind lernen möchte. Es liegt in der Natur des Menschen, man muss ihn nur lassen. Wir wollen, dass die Kinder Freude am Lernen haben, dass sie nicht gebremst und frustriert werden, dass sie ausprobieren und experimentieren dürfen. Freude am eigenen Erfolg und Freude am Erfolg der anderen sind unsere Ziele.

Dabei soll Erfolg nicht nur an der kollektiven Norm, sondern auch am individuellen Leistungsvermögen des einzelnen Kindes gemessen werden. Das bedeutet, dass jedes Kind so gefördert werden muss, das es im Rahmen seiner Möglichkeiten ein gutes Lernergebnis erzielt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, d.h. zur Beurteilung der eigenen Leistung. Diese Fähigkeit muss erlernt und gepflegt werden.

Selbständigkeit und Lebenstüchtigkeit

Die Eigenständigkeit des Kindes, d.h. die Fähigkeit, altersgemäße Anforderungen des täglichen Lebens souverän ohne Hilfe meistern zu können, ist für uns sehr wichtig. Das Kind soll Voraussetzungen erwerben, um selbst zurechtkommen zu können. Das stärkt das Vertrauen in die eigene Stärke und hilft mit Gefühlen des Kontrollverlustes, die vielen Menschen in unserer Gesellschaft vertraut sind, umgehen zu lernen.

Förderung der Kreativität

Dieses Ziel ist für uns sehr wichtig. Wir wollen den Kindern verschiedene Angebote machen, aus denen sie nach ihren Begabungen und Neigungen auswählen können. Nicht jedes Kind soll alles machen müssen. Die Kinder lernen, sich für etwas zu entscheiden und diese Tätigkeit mit Begeisterung und Freude gemeinsam oder für sich zu genießen. Sie erfahren dabei, dass Lernen sehr viel Spaß und wenig Mühe machen kann, wenn man es gerne tut.

Praktische Umsetzung

  • Wir bekennen uns ganz klar zur Orientierung am sächsischen Lehrplan als Grundlage unserer Arbeit.
  • Unser Ziel ist die Anerkennung unseres Schulzentrums als staatlich genehmigte Ersatzschule.
  • Wir planen zunächst den Aufbau einer Grundschule mit integrierter Vorschule, schließen jedoch die Erweiterung unseres Schulzentrums um eine Mittelschule in Zukunft nicht aus.
  • Wir setzen auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern.
  • Die frühe und individuelle Förderung aller Kinder im Rahmen einer Vorschule ist eines unserer wichtigsten Ziele.
  • Selbstverständlich ist das Eingehen auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen der Kinder.
  • Wir bieten einen intensiven Sprachunterricht ab der Vorschule, wobei die Methodik dem Alter der Kindes angemessen ist. Englisch ist Hauptsprache und wird ab Klasse 1 unterrichtet, unter anderem auch gezielt in realen Situationen ( z.B. beim Essen, im Schulgarten, im Musikunterricht). Zusätzlich bieten wir eine zweite Sprache an.
  • Neben dem klassischen Unterricht arbeiten wir mit verschiedenen alternativen Unterrichtsformen, die uns bereits aus unserer bisherigen Arbeit vertraut sind. (Freie Arbeit, Werkstattlernen, Wochenplanunterricht, Projektunterricht)
  • Wir arbeiten auf der Grundlage verschiedener pädagogischer Ansätze, z. B. der Ideen der Reformpädagogik, insbesondere des Konzeptes von Maria Montessori.
  • Die Kinder sind nach ihrem Alter einer Klasse zugeordnet mit einem für sie zuständigen Klassenlehrer. Dadurch sollen Sicherheit und Kontinuität gewährleistet sein. Das Kind weiß, wo es dazugehört. Wir wollen jedoch so oft wie möglich mit jahrgangsgemischten Gruppen arbeiten, damit die Kinder voneinander lernen können und jedes Kind selbst erfährt, wie es ist, der Lehrende zu sein.
  • Unser Ziel ist das rechtzeitige Finden besonders begabter Kinder ebenso wie das Finden von Defiziten bei Kindern. Beide Gruppen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Die einen brauchen zusätzliche Anregungen, die anderen eine gezielte, individuelle Förderung zum Ausgleich der Defizite. Zu diesem Zweck planen wir eine enge Zusammenarbeit mit Psychologen, Kinderärzten und Logopäden.
  • Wir verfolgen eine Integration aller Kinder ohne Ausgrenzung. Dadurch lernen Kinder Toleranz und Umgang mit Menschen, die - auf welche Weise auch immer - anders sind.
  • Bei uns soll Schule auch im Grünen stattfinden. Wenn es sich anbietet, arbeiten wir draußen in der realen Umwelt.
  • Am Nachmittag findet eine dritte Lernzeit statt. In dieser Zeit wird individueller Förderunterricht, Hausaufgabenbetreuung, bzw. Fachunterricht angeboten.